Leider versteht niemand den echten Gemischten Satz!

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So vielschichtig kann Gemischter Satz sein.

Es gibt viele Farben im Wein. Damit meine ich die Aromen, den Geschmack, das Gesamtbild eines Weines. Dieses kann einfach sein, sprich wenige Farben enthalten, oder vielfältig, interessant und umfangreich, sprich wie ein buntes Bild.

Schauen Sie sich dieses Bild oben an – es sind darin viele Farben zu erkennen, ein großes Farbspektrum. Ähnlich ist es beim Wein. Es gibt einfache Weine, die nur wenige Aromen und Geschmäcker in sich aufweisen. Diese Weine enthalten nur wenige Farben. Aber es gibt vielschichtige Weine, die von Haus aus mehr Farben in sich „gespeichert“ haben. Ein Wein kann niemals das gesamte Farbspektrum in sich enthalten, aber je mehr, desto besser > und desto komplexer/vielschichtiger ist der Wein. So ist es auch bei der Musik.

Aber wohin will man als Winzer?
Das ist sehr individuell. Für mich ist aber klar, dass meine Weine mehr Farben aufweisen müssen! Sie sind vielschichtig und vereinen so das vielfältige Terroir, dass sich am Buchertberg befindet, und zwar optimal. Das ist der Weg zum echten Terroir-Wein. Dieser führt nicht über eine Rebsorte, sondern über einen Mischsatz, welcher auf einen bestimmten Ort angepasst ist. Die Anpassung der Sorten ist sehr wichtig. Anscheinend ist der Gedankengang des Gemischten Satzes in der Weinwelt schwer verständlich – sehr unverständlich für mich. Alle reden eigentlich nur von einer Rebsorte. Das ist sehr fad. Man lässt sich mit der Vielfalt überhaupt nicht ein. Man versteht diese nicht mehr. Das ist ein großes Problem. Und gerade deshalb: viva la Gemischter Satz!

Nur der echte Gemischte Satz bietet die Möglichkeit, die Gesamtheit der Auspflanzung einer Lage, ein bestimmtes Terroir, noch viel besser zu interpretieren. Das bedeutet dass sich durch eine Vielzahl an gemeinam angebauten Rebsorten im Weingarten, sich die Lage, der Boden, das (Klein-)Klima, im Prinzip die Gesamtheit eines Weingartens, noch viel besser im Wein wiederspiegeln lässt. Das ist der „Key“. Wein kann das – eigentlich nur der Wein. Das ist für mich der schönste Gedanke, dass dieser überhaupt im Weinbau umgesetzt werden kann. Welche Kultur kann das, dass die Gesamtheit einer Lage in eine Flasche „gefüllt“ werden kann? Diese Frage sollten sich alle Winzer und Sommeliers stellen. Dann erst können wir weiter reden..

Es ist schwierig Euch Beispiele solcher Winzer aufzuzählen, es gibt aber nur ein paar weltweit, die diesem Phänomen beschäftigen – nur einige davon:
Marcel Deiss, Elsass (FRA)
– in Wien – Weingut Wieninger
– bzw. am Herrenhof Lamprecht
– ..

 

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I am the winemaker @ the HERRENHOF

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für Ihren Kommentar. Farben sind etwas tolles und wenn Wein mehrere, besser noch, viele Farben in sich enthält, ist es natürlich noch besser! Es stimmt, es überfordert den einen oder anderen Weintrinker oder die Weintrinkerin. Aber es hilft nichts, wenn man weiß was durch den Gemischten Satz möglich ist, kann man nichts Anderes mehr machen.

  2. Natuerlich! Aber Farbenlehre ist wie Rebsortenlehre. Bunt ist nicht alles. Was geht zusammen, was steht im Gegensatz? Wie kommt Form und Farbe zusammen, Säure, Süsse, Alkohol. Vieles kann spannend sein. Ein kuehler Jahrgang bringt kalte Farben. Ein warmer bringt …ja genau. Es gibt zu viele Facetten. Ihre gemischten Rebsorten spiegeln nicht nur den Boden und das Mikroklima wieder, sondern auch das Jahr, den Vegetationsverlauf….jedes anders. Zumindest alle 10 Jahre oder so.
    Die meisten Menschen werden damit in einem Glas ueberfordert sein. Sie haben hohe Ansprueche, an sich und an Ihre Trinker. Das ist zu Recht, den mainstream gibt es genug. Ich bin jedenfalls froh darueber. Eine besinnliche Adventszeit!

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