Ein Gedankenexperiment zur Biodynamie und Homöopathie.

Die Biodynamie und Homöopathie sind insgesamt betrachtet und zugegeben sehr sehr schwierige Themen. Ich habe hier ein paar Gedanken zum Thema zusammengefasst.

Die Biodynamie und der Weinbau?

Manche von Euch schütteln jetzt bereits den Kopf. Andere sagen zum Thema wieder nichts. Ein paar wenige würden meinen: „Mein Gott, na und, ein paar Spinner gibt es immer, lasst sie doch..!“. Es ist schon interessant, wie sehr die Biodynamie den Weinbau vereinamt hat. Und wie sehr sie die Winzerschaft auseinander dividiert. Eigentlich redet man in der Winzerschaft nicht so viel darüber. Es ist ein bisschen wie ein Tabuthema. Man akzeptiert sie, sie ist mittlerweile zur Normalität geworden. Manche Winzern posaunen nur so aus sich heraus: „ich bin jetzt Biodynamiker“! Die meisten sind jedoch Mitläufer. Die wenigsten tun das aus Überzeugung. Biodynamie und dessen Grundlage, die Homöopathie, sind zwei Begriffe die unter einem dicken Schleier versteckt liegen. Ich selbst habe da schon einige seltsame bizarre Rituale bei Winzertreffen miterlebt. Bei diesen fragt man sich, ob man hier überhaupt richtig ist.

Um was geht es eigentlich?

Ein großer Teil der Biodynamie ist Homöopathie, die schließlich mit Esoterik verbunden ist. Sie behauptet, dass bestimmte kosmische Kräfte unser aller Leben beeinflussen. Und überhaupt: Homöopathie ist so eine Sache, bei der keiner wirklich weiß wie sie überhaupt funktioniert. Da würde eine Gegenfrage gut dazupassen: Müssen wir überhaupt empirisch nachweisen können, dass sie funktioniert? Diese Frage wird meist von Homöopathen gestellt.
Die Homöopathie wurde seinerzeit von Samuel Hahnemann entwickelt. Kritiker meinen sie funktioniert nur in unserem Kopf. Es ist vor allem der Placeboeffekt, der wirkt. Wir glauben daran, dass sie funktionieren muss. Das ist der Grund wieso sie funktioniert.

Die Biodynamie ist mittlerweile in der Landwirtschaft modern geworden. Sie hat den Weg von den „Spinnern“ in die Öffentlichkeit geschafft. Am wahrscheinlichsten deshalb, da der Mensch immer etwas braucht, woran er sich festhalten kann. Die Biodynamie übernimmt vielfach das Denken in der Landwirtschaft. Sie bestimmt momentan den Weinbau.

Immer mehr Winzer..

..sind dabei ihre Arbeit Rudolf Steiner zu widmen. Man behautet, dass Steiner keinerlei praktische Erfahrung mit Landwirtschaft hatte. Er lehrte zu einer Zeit, als mache Bauern bereits sehr skeptisch gegenüber dem massiven Einsatz von Pestiziden und Düngermitteln in der Landwirtschaft waren. Dann versteht man, wieso die Biodynamie Anklang gefunden hat. Aber hat sie das von Anfang an? Nein, zuerst überhaupt nicht. Sie war eine Ideologie von wenigen „Spinnern“.

Es ging nur von einer Gruppe aus!

Erst als ein paar bekanntere Winzer sich dem Thema vor ungefähr 15 oder mehr Jahren verschrieben haben, wurde das Thema salonreif. Wäre das nicht passiert, würde sich kein Mensch für die Biodynamie interessieren.
Weinbau funktioniert anders als Landwirtschaft an sich. Marketing ist mindestens so wichtig wie das Gedeihen der Trauben im Weingarten und die Arbeit in den Weinkellern. Deshalb ist es von Vorteil seinen Kunden mit Ideen zu überraschen, die der Mitbewerber nicht hat. Man muss sich unterscheiden können. Außerdem passt das Ganze heute ins Konzept eines „grünen Antrichs“, den alle haben wollen. Das beginnt beim Produzenten und endet beim Konsumenten. Es ist die Suche nach dem Ursprünglichem, nach etwas Vertrautem, obwohl es so weit entfernt ist und man es nicht erklären kann.

Hier einige interessante Dokus: (Must-see und eine eigene Meinung bilden)!

Ein weiteres interessantes (gemäßigteres) Video:

Homöopathie im ORF:

Gerade deshalb kann ich nicht verstehen, wieso Bauern, sprich Landwirte in diese Richtung gehen. Ein Landwirt sollte jemand sein, der mit der Natur arbeitet und logisch denkt. Die Homöopathie, bzw. Biodynamie entzieht sich dessen vollständig. Wir brauchen klar denkende, mit der Natur arbeitende Winzer, die allen Firlefanz (dubiose Theorien, Weinbehanldungsmittel, und und und) hinter sich lassen und Wein als Naturprodukt sehen. Interessanterweise disukuteren (fast) keine Winzer über diese Themen. Das ist schade, geht doch alles von ihnen aus.

„Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen“, sagte einst Immanuel Kant.

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