Weinakademie – XI. Winzerkonferenz

Bereits zum 11. Mal stand die Winzerkonferenz der Weinakademie im Seehotel in Rust am Programm. Diesesmal vor allem zum Thema Welschriesling und seinen Spielarten. Mit dabei vor allem Weinfachleute wie David Schildknecht, Monika Christmann, Sarah Jane-Evans MW,… uvm. 

Als einleitende Wein-Persönlichkeit stellte David Schildknecht seine Ideen über Wein bzw. dem Weinbau bis ins Jahr 2025 vor. Er meinte dass vor allem die neue Welt mehr und mehr Weine hervorbringt, die einen „alte-Welt“ Stil aufweisen werden, während man in Europa mehr und mehr in Richtung modernen Ausbau, sprich „New-World-Style“, geht.
Einen Interessanten Aspekt hat er auch im Bezug auf Rebvirosen dargelegt. Er meinte dass durch ein 100%iges Ausmerzen dieser, es höchstwahrscheinlich zu einer Verminderung von geschmackliche Dif­fi­zi­li­tät/Komplexizität im Wein kommen wird. Dieser Meinung bin ich auch: denn durch das extreme „Reinhalten“ des Weinberges und Weinkeller geht sicher ein großes Stück an Komplexizität  verloren. Und das ist ein beträchtlicher Teil eines großen Weines.

Dann war Frau Dr. Monika Christmann dran: sie referierte über die Zukunftsthemen der Weinproduktion. Meiner Meinung nach ist sie eine sehr kompetente Persönlichkeit, aber viel zu sehr technisch geprägt. Ihre grundsätzliche Meinung ist die, dass man in Zukunft nicht alles im Weinberg lösen wird können und aus diesem Grunde kommt der „Wine-Maker“ ins Spiel. Als großes Problem wird die Alkohol-Reduktion in sehr reifen Jahren gesehen, die eventuell durch verändertes Laubwand-Mangagement verringert werden kann (neben vielen hoch-technischen Möglichkeiten im Keller von denen man schon fast Angst bekommt!!). Ein Hauptthema ihres Referates war auch der zukünftige Umgang mit niedrigen Säurewerten.

Eines war herauszuhören: in diesem Seminar wurde ganz klar über die Notwendigkeit von niedrigen Alkoholgehalten gesprochen. Ich finde dass vor allem die Rebzüchtung zu diesem Thema leider in den letzten 20 Jahren einen falschen Weg eingeschlagen hat. Es wurden nur jene Klone weitervermehrt, die hohe Zuckerleistung aufgewiesen haben. Und das ist auch ein (nur ein) Grund für die heutigen hohen Alkoholwerte.
Weiters wurde dann über die Rolle des Weins in Zukunft gesprochen: wo Wein bis dato noch als Kulturgut und Symbol der gastronomischen Identität gehandelt wurde, wird Wein leider immer mehr als „Risikoprodukt“ gesehen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Wein zwar als alkoholisches Getränk, aber als unser gewachsenes und in Maßen genossenes Kulturgut, vermittelt wird!

Auch wurde auf die Wichtigkeit von China als DER Wein-Zukunftsmarkt hingewiesen. China wird 2018 auf dem 2. Platz hinter den USA  als zweit-wichtigster Weinmarkt der Welt gehandelt.

Und dann kam der Welschriesling (mit Vorträgen und auch Tastings) doch leider ging dieser – d.h. ich bin (ganz ehrlich) nicht von DIESER als ganz große Alternative am „Rebsortenmarkt“ für unsere Zukunft, überzeugt. Da gibt es wesentlich bessere im südosteuropäischen Raum.. finde ich..

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I am the winemaker @ the HERRENHOF

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