Die Gigerer im Glas

A horse - ein Pferd
A horse - ein Pferd

Heute am Abend bei der Verkostung diverser Weine war er wieder mit dabei – der Pferdeschweiss.
Pferdeschweiss, ein sogenannter Weinfehler entsteht dann wenn Wein zum Beispiel recht wenig Schwefel enthält oder der Keller zu warm ist. Das ist vor allem ein Problem in sehr warmen Gebieten. Zum Glück aber (meistens) nicht in der Steiermark. Außerdem tritt dieser „Fehlton“ vor allem bei Rotweinen auf. Manche jedoch nennen es „maskulin“ und andere einfach nur „Weinfehler“!

Ich möchte mich jetzt nicht zu lange mit der Ursache von Brettanomyces beschäftigen. Entscheidender ist: darf Wein ein solches Aroma haben? Ich behaupte: ja!, der Wein darf. Aber nicht zu intensiv  dass vom Wein bzw. von der Sorte, oder gar von der Herkunft, nichts mehr spürbar ist. Für mich jedenfalls ist es dann zu viel.

In der Steiermark ist man in den letzten Jahren ein bisschen radikal mit Fehlgeschmäckern umgegangen. Fehlgeschmäcker sind in der Steiermark auch als solche identifiziert worden, die eigentlich keine sind. Wie zum Beispiel eine gewisse Art von Mineralität, die in Richtung Erdigkeit geht! Die wurde leider in letzter Zeit komplett verschmäht. Obwohl, wie ich finde, das den Wein umso interessanter bzw. auch manchmal eigenwilliger macht. Seien wir froh dass es Erdigkeit im Wein gibt! Aber nun wirklich!

Brauchen wir immer solche aalglatte Weine mit schöner intensiver Fruchtnote (am besten eine süße Frucht in der Nase), bzw. Weine die am Gaumen überhaupt nicht in Erscheinung treten und beim Abgang schneller weg sind, als die Polizei erlaubt? Ich persönlich nicht. Mein Geschmack hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt und mein Gaumen ist erst jetzt so richtig in Fahrt gekommen. (Ich habe erste seit 6 Jahren mit Wein zu tun!)

Also bitte liebe Konsumenten: trinkt weiter den Wein der Euch schmeckt, aber bitte probiert auch andere Weingeschmäcker aus um den Gaumen zu schulen und zu erweitern. Denn dann wird das Thema Wein erst so richtig interessant… glaubt mir!

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