30 Jahre Weinskandal, so what?

Zur aktuellen „der Standard“-Ausgabe vom 4/5/6. April möchte ich Euch meine Meinung zu diesem Thema kund tun: auch wenn „RAU“ in dieser „der Standard“-Ausgabe so schreibt, als hätter er/sie noch nie Kontakt mit Wein gehabt (siehe Titelseite)…

Ok, aber nun zum Thema: der Weinskandal war eines der wichtigsten Ereignisse, dass Wein aus Österreich heute so glanzvoll aus den vielen Regalen lachen kann. Jedoch ein Ereignis mit schwerwiegenden Folgen: erst viele Jahre nach dem Skandal erholte sich die Weinbranche, da wie wir wissen, viele Winzer auf die Qualitätsschiene aufgesprungen sind. Das war immens wichtig für den Weinbau in Österreich. Daraus entwickelte sich das Qualitätsweinsystem, die rot-weiß-rote Banderole, so wie wir sie heute kennen.

Doch das Ganze hat einen Haken!
Viele (und vor allem junge) Winzer tuen sich mit dieser Kontrolle schwer im „Mechanismus des Qualitätsweines mit zu schwimmen“. In erster Linie jene, die vermehrt auf absolut tradtitionellen Weinbau, auch zum Beispiel auch auf Maischegärung bei Weisswein, setzen. Diese Kontrollbehörde, eine typisch österreichische Installation, entscheidet was Qualitätswein sein darf und was nicht. Schon komisch, denn mittlerweile haben sich die Stile geändert, leider jedoch nicht die Verkoster (aber nicht zu verwechseln mit wirklich fehlerhaften Weinen). Diese verkosten noch immer nach ihren erlernten Schemata. Paradox ist, dass nur wenige, die wirklich Naturweine abfüllen (Weine, die im Prinzip nur aus Trauben bestehen und nicht mit vielen Zusatz- und Hilfsstoffen vermengt werden), diese die staatliche Prüfnummer erst gar nicht bekommen?! – aus dem Grund, da diese Weine keinem standartisierten Schema folgen.

Deshalb fordere ich für solche handwerklich hergestellten Naturweine keine Prüfnummer, sondern die Einführung einer neuen Kategorie, wie es zum Beispiel die IGTs in Italien sind. Denn schon bald wird das Ganze schon sehr lächerlich – nicht für die Winzer, sondern für die staatliche Prüfstelle.

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I am the winemaker @ the HERRENHOF

2 comments Write a comment

  1. Hallo Helmut,
    ich denke dass sich dein Kommentar auf den „der Standard“-Artikel bezieht, denn mein Artikel hat damit eher wenig zu tun. Jedenfalls haben den Artikel im „der Standard“ tausende Leute gelesen und tragen sozusagen falsche Tatsachen weiter..

  2. Na fein schon wieder einmal so ein unsäglicher Artikel mit falschen oder falsch interpretierten Informationen. Kann man denn auch nach 30 Jahren nicht endlich aufhören mit dem Unsinn? Oder wenn man schon unbedingt schreiben muss, das jemanden schreiben lassen, der weiss wovon er schreibt?
    Die Deutschen wollten Wein, der süss und süffig war.
    Zugefügter Zucker macht Wein süss. Jaja. Himmel…
    Glycol liess glauben, die Trauben wären am Stock gereift.
    Damals exportierten wir Wein im Tankwagen um ein paar Groschen pro Liter. Meist in die DDR. Das was in die BRD kam, landete in Riesenkellereien, die erst so richtig panschten. Mengenmässig viel mehr, als wir Österreicher. Gepanscht wurde damals überall, denn teure Weine konnte und wollte sich kaum jemand leisten. Und nicht der Skandal bescherte uns bessere Weine, sondern die Ausbildung, der Generationswechsel und der Wirtschaftsaufschwung.
    Den Artikel schrieb ich schon vor zehn Jahren…
    http://www.wine-times.com/artikel.php?idus=&idrk=73&idde=177&iden=&language=DE

    Zeit und Entwicklung seit damals ist immer noch im elendslangen Artikel am besten verständlich. Kann man hier auch ausdrucken:
    http://www.wein-times.com/epaper (Seiten 8 bis 11)

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