Wie das Holz so das Fass

Oak tree

Die kalte Jahreszeit kann man nutzen um Bäume oder Reben zu schneiden, man kann sie aber auch nutzen um Bäume umzuschneiden. Am Hof gibt es einiges an Wald, unter anderem auch einen Bestand (so nennt man die Bäume im Wald) der reich an jungen bis alten Eichen ist. Diese sind meist Stieleichen (Quercus robur), die eng verwand mit der Traubeneiche ist. Ich zeige Euch jetzt Schritt für Schritt den Weg vom Baum im Wald zum Weinfass.

Oak tree
Alles beginnt mit der Auswahl des Baumes. Wichtig ist nicht nur der Form des Stammes, sondern auch der Boden, auf dem die Eiche gewachsen ist. Dann wählt man die Fällrichtung aus. Am Steilhang im Wald ist das eine wichtige Entscheidung, denn ohne Seilwinde ist es unmöglich die Tonnen schweren Stämme aus den Wald zu ziehen.

Tree cutting off
In Richtung der Falllinie wird unten am Stamm ein Keil geschnitten. Hier an der gegenüber liegenden Seite. Dann erfolgt von hinten ein einfacher Schnitt mit einer leistungsfähigen Motorsäge. Ohne Keile (der Kunststoffteil im Bild) wäre es sehr gefährlich zu schneiden, da der Baum nach hinten rutschen kann. Mit etwas Glück und vor allem mit einer gleichmäßig gewachsenen Krone fällt der Baum durch ein paar Schläge auf den Keil von selbst.

Tree on ground
Am Boden wird dann das Holz begutachtet und je nach Fassgröße abgelängt. Bei Barriques werden kleine Stücke geschnitten, bei größeren Fässern eben längere. Ein Fass besteht auch aus Boden und Deckel, denn dies wiederrum hat eigene Abmessungen.

Wood small grain
Die Maserung der Jahresringe ist entscheident für die Atmungsaktivität des Fasses. Zum Beispiel: ein 225 Liter Fass mit grober Maserung wäre von schlechter Qualität.

Wood work finished
Für dieses Jahr habe ich genug Holz geschlagen. Man muss 4-5 Jahre Geduld haben, bis die Fässer mit Wein befüllt werden können. Es ist natürlich einfach ein französisches Fass zu bestellen und sich dann mit seinem „Mercedes“ ablichten zu lassen. Ich finde Winzer zu sein ist wesentlich mehr als das. Die Frage stellt sich ob ein Wein der hier reift nicht auch in eigenen Fässern ausgebaut werden soll? Ich sage: natürlich ja!

Links:
Video Episode #2 – Eigene Eichenfässer

Facebook Comments
Share Button

I am the winemaker @ the HERRENHOF

2 comments Write a comment

  1. Sehr guter Info-Text! Ein Fass oder eine Tonne, welche in der gesamten Industrie zum Einsatz kommen, fordern ein hohes Maß an Hygiene, das sollte man beachten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.