Megatrend Regionalität

Ich nutze die regnerischen Tage hier in der Steiermark um über ein ganz wichtiges Thema zu schreiben. Regionalität ist der Trend der Zukunft, so heißt es. Wir sind mittlerweile an dem Punkt angelangt, an dem die materialistische Bereicherung die Leute nicht mehr glücklicher macht. Ganz im Gegenteil, Entspannung, Natur, das Grün und lokale Produkte sind immer mehr gefragt. Unendliches Wirtschaftswachstum gibt es nicht, das müssen so manche Business Leute erkennen. Als man noch glaubte bestehende kleine Strukturen den Todesstoß geben zu müssen, erleben diese wieder eine Renaissance. Familienbetriebe zeigen vor, dass Produkte wieder einen Bezug zum Menschen haben und nicht in den anonymen Hallen einer Lebensmittelfabrik entstanden sein müssen.
Das ist der Grundgedanke des steirischen Vulkanlandes. Ziel ist es Menschen in die Region zu holen, sie zum Entdecken einzulanden, aber weit ab vom gedankenlosen Massentourismus. Für den ist das Vulkanland viel zu „slow“ und das ist auch gut so.
Die Region und Herkunft eines Produktes ist statistisch gesehen schon wichtiger als sein Preis. Nebenbei ist der Transport von Lebensmitteln ein großer Verursacher von CO2 Emission. Das kann man verhindern, in dem man zum nächsten Bauern fährt und die spanischen Erdbeeren, oder neuseeländischen Äpfel im Supermarkt sein lässt. Handelsketten springen übrigens auch auf den „Regional“-Zug auf: doch Produkte billig anbieten und einfach regionale Texte draufschreiben ist zu wenig. Das ist nicht authentisch und gaukelt dem Konsumenten etwas vor, das der Wirklichkeit nicht entspricht.
Wenn das Lebensmittel wieder „Lebens“-Mittel wird, dann ist schon viel geschafft. Das gilt auch übrigens für Wein. Nicht als Lebensmittel, sondern ausgestattet mit Unverfälschtheit und Echtheit.

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I am the winemaker @ the HERRENHOF

3 comments Write a comment

  1. Ich bin auch ein großer Fan von Regionalität. Der Mensch ist ja prinzipiell so geschaffen, dass er mit dem, was in seiner Umgebung wächst, vollkommen auskommt. Und dann findet man im Handel das Obst, das von weiß Gott woher kommt und noch grün geerntet wurde und nach nichts schmeckt.

  2. ja, so seh ich das auch. außerdem denke ich, dass es ja eine tolle chance für die region ist, wenn die lokalen produzenten ihre produkte auch lokal/regional vertreiben können. das könnte zu einem tollen kreislauf und einer tollen zusammenarbeit in der region führen. das bedeutet ja nicht, dass man sich total gegen „außen“ abschottet. nur dass, man eben diese sinnlosen transportwege verringert. super sache auch, wenn man den produzenten selber kennt – ein gutes gefühl :)

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