Wieso maischevergorene Weine bei uns keine Tradition haben!

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Ein Trend kommt, ein anderer geht: momentan der volle „Hype“ im Weinbau ist es Maische vergorene Weissweine (wie beim Rotwein) anzubieten. Die sogenannten „Orange-Wines“. Das Problem ist, dass bei dieser Stilistik des Weines nur die wenigsten Weine wirklich überzeugen können, da bei dieser Methode „schnell, schnell“ überhaupt nicht funktioniert. Außerdem ist diese Geschmacksrichtung für den Konsumenten neu und muss erst erlernt werden.

Was passiert beim „maischegären“? Es werden weitere Inhaltstoffe aus der Beerenschale in den Wein/Most ausgelaugt. Das können Aromastoffe und aber auch Tannine sein.  Jedoch Tannine brauchen Zeit um sich im Wein zu harmonisieren…

Hier in der Steiermark hatten Maische-vergorene Weissweine nie wirklich Tradition. Diese Variante des Wein-Ausbaues kommt vor allem aus dem Süd-Osten Sloweniens bzw. Kroatiens. Deshalb ist es für mich verwirrend zu behaupten, dass solche Weine bei uns immer schon gekeltert wurden. Auch ich habe und werde hin und wieder mal solche Weine anbieten, die auf den Namen „Buchertberg on the Skins“ hören. Hier gibt es sogar noch welchen, aber ich werde meinen Weinausbau nicht in diese Richtung bewegen. Es enstehen etwas komplexere Weine, denen man sich erst „öffnen“ muss. Seien wir uns ehrlich: die wenigsten verstehen es Weine mit mehr als drei Aromen zu schätzen und das ist sehr schade. Das hat aber im Prinzip nichts mit der Ausbaumethode zu tun.

Ich denke dass sich Weine, die auf der Maische vergoren wurden in den nächsten Jahren weiter in der Nische verbleiben werden und nur von ein paar Freaks gekauft/geschätzt werden… Eigentlich sind diese nur Varianten um den Spieltrieb des Winzers zu stillen.

Persönlich beschäftige ich mich mit dem traditionellen Weinbau, so wie es hier eben immer schon gemacht wurde, da dieser wesentlich zeitloser und von irgendwelchen Trends viel unabhängiger ist (eben der gemischte Satz). Man muss nicht Wein neu erfinden, man muss ihn nur versuchen zu perfektionieren.

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I am the winemaker @ the HERRENHOF

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. wie schon richtig erwähnt,… spielereien. aber es macht sicher spaß für sich selbst etwas neu zu erfinden.

  2. Der braucht dann wahrscheinlich noch mehr Zeit!
    Jedenfalls: interessant ist das Thema, aber ich würde es nicht überbewerten..

  3. Kenne bisher nur den „Achtung!“ von Loimer, der mir sehr gut gefallen hat. Neulich habe ich einen Gewürztraminer aus dem Fass probiert, der mich doch etwas überfordert hat. Vor allem die tannine waren sehr ungewohnt.

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