Archiv für die Kategorie „Climate, Weather“

Episode #11 -Jahrgangszwischenbericht

Sonntag, 15. August 2010

Der Weinbau an sich ist sehr abhängig vom Wetter und den Witterungseinflüssen. Seht selbst wie das Jahr 2010 bis jetzt gelaufen ist.

Für alle Smart(i)phone Benutzer, hier der Youtube Link.
Die Musik stammt wiederum aus dem FM4 Soundpark (artist: “August the butcher”)

Wieso Gemischter Satz in Zukunft rockt!

Mittwoch, 30. Juni 2010

vienna traditional field blend

Abseits von der Fussballweltmeisterschaft und des herrlichen Wetters eine kleine Homage an eine fast vergesse Form des Weinbaues.

Was ist ein echter gemschter Satz? Darunter versteht man im eigentlichen Sinn Weingärten, die nicht reinsortig, sondern gemischt ausgepflanzt werden. Mehrere Sorten stehen nebeneinander. Die Lese erfolgt nicht separat sondern zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeinsam. Es ergeben sich daraus, wenn man es richtig macht (und auch so will), hochkomplexe Weine, die nicht dominiert von einer Rebsorte, die lokalen Gegebenheiten, sprich das Terroir als Gesamtes perfekt wieder geben können. Grundsätzlich ist das nichts Neues, sondern die urprünglichste Art Weingärten zu pflanzen und Wein daraus zu gewinnen. Und das wusste schon Olivier de Serres, der Agrarminister von Heinrich des IV, der vor 500 Jahren übrigens meinte: “Dank an die Vielfalt, es gibt jedes Jahr Ernte”. Da ist was dran.

Umstritten ist Marcel Deiss, der Verfechter des gemischten Satzes im Elsass. Manche meinen seine Vorgehensweise sei zu radikal. Das stimmt eigentlich nicht, denn das was er auf seinen besten Lagen, den Premier und Grand Crus macht ist der gemischte Anbau mehrerer hochwertiger Sorten und die Bezeichnung der Weine NUR nach ihrer Herkunft. In den letzten Jahren hat sich das “Weindenken” hin zu einem Sortendenken und leider weg von einem Herkunftsdenken entwickelt. Das ist Schade, denn den Ruhm den viele Weingegenden heute noch haben beruht einzig allein durch die Herkunft, durch die hochwertigen Lagen und der daraus resultierenden Weine. Die Rebsorte war meistens im Hintergrund und wurde nicht erwähnt. Man darf nicht vergessen, dass es sich um hochwertige Rebsorten handeln muss, die im Verband gepflanzt werden. Alles andere ergibt “Schoppenwein”, bzw. sehr einfachen Wein.

Interessantes Beispiel Wien: in den letzen Jahren weinbaulich aus dem Dornröschenschlaf erwacht haben sich dort Weingärten erhalten, die allesamt in Österreich in dieser Art die letzten 30 Jahre kompromisslos gerodet wurden. Am Nussberg oder auch am Bisamberg gibt es alte knorrige Gärten die hochwertige Weine liefern, die komplex sind und in ihrer Art die Herkunft erkennen lassen. Der berühmte Nussberger, der Gumpoldskirchner – alles Weine aus dem Gemischten Satz. Es gibt anscheinend mehrere Gründe, wieso sich der Gemischte Satz in Wien erhalten hat. Einerseits die Nachfrage in den Heurigen Lokalen (das Wiener Pendant zum Buschenschank) über “heurigen” Wein. Dieser ist meist aus mehreren Rebsorten gekeltert, jedoch selten hochwertig. Andererseits glaube ich auch, dass es die sogenannte Wiener Gemütlichkeit ist, die die Winzer nicht angetrieben hat, alle Weingärten neu zu bepflanzen und somit alles pur und rein(sortig) zu halten.

Und in der Steiermark? Den “altsteirischen Mischsatz”, einen Wein, der sehr sehr üblich war, gibt es heute leider fast nicht mehr. Der Fortschritt, der die Winzer motivierte alles rein(sortig) und mit rein(Zuchthefe) auszubauen, hat dazu geführt, dass uralte meist hochwertige Bestände gerodet wurden und mit internationalen Sorten wie Sauvignon blanc und Chardonnay zugepflastert wurden. Leider hat man sich so selbst aufs international austauschbare Gleis gestellt. Der aktuelle Hype authochtoner Sorten inkl. dem Gemischten Satz in Österreich lässt die Steiermark momentan weitgehend aus. Das wissen viele, aber man redet nicht darüber.

Apropos Klimawandel: Experten rechnen in Zukunft nicht nur mit einem Anstieg der Temperaturen, nein, es sollen auch die Extremwettersituationen zunehmen: große Hitze, extreme Kälte, Trockenheit, viel Regen, wenig Niederschlag… all das kann Weingärten sehr stressen oder gar die Ernte zerstören. Deshalb liegt die Berechtigung des “old school” Gemischten Satzes liegt auf der Hand: Ausgleich der in Zukunft extremeren Wetter/Witterungsschwankungen. Mehr Harmonie im Gesamten Weingarten. Mehr Herkunft, mehr Terroir. Was gibt es dagegen noch zu sagen? Nichts, denke ich mir.

Links:
Artikel zum Thema von Christian Schiller
Six-to-nine blog von Peter Vechiatto

(Bildinfo: ein echter Gemischter Satz am Wiener Nussberg, das Rosengartl, wie auch neuerdings am hauseigenen Buchertberg)

Episode #4 – Steiermark & Vulkanland

Mittwoch, 24. Februar 2010

/ A great view
/ Ein großartiger Ausblick

This is a fascinating view and my thoughts about the region, agriculture, wine growing, people and climate. This beautiful piece of land is and was always deeply connected with other parts of south eastern europe: traditions, culinary, wine growing, grape varieties,… so many similarities.

Schauen Sie sich das an: ein Ausblick, der in den Bann zieht und meine Gedanken zur Region, Landwirtschaft, Weinbau, Menschen & Klima. Dieses Stück Land, welches eng mit anderen Süd- Osteuropäischen Landern verbunden ist und war, hat zahlreiche Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel Traditionen, Kulinarik, Weinbau, Rebsorten,…

For all mobile phone users: the youtube link

The position of the look-out
die Lage des Aussichtsturmes


Entschendorf bei Gleisdorf 114 auf einer größeren Karte anzeigen

Klima, Witterung, Wetter #1

Sonntag, 21. Juni 2009

Vor einigen Tagen wurde in der Kleinen Zeitung über die klimatische Zukunft der Süd-Oststeiermark berichtet. Ernüchternd scheint das Ergebnis, da laut Vorhersage des Grazer Meterologischen Institutes die Erwärmung im süd-östlichen Teil der Steiermark innerhalb der nächsten 50 Jahre ganze 2°C + betragen wird. Heiße trockene Sommer werden mehr, Niederschlag wird weniger und sollte es dennoch Regnen – dann aber heftig – Starkregen, Gewitter, mit oder ohne Hagelschlag.
So auch heuer. Den typischen Landregen gab es in dieser Vegetationszeit eigentlich fast nicht. Meistens erreichten uns Gewitter aus den nahen Alpen im Norden kommend mit voller Wucht. Hagelunwetter gab es bereits 3 mal, jedoch haben uns diese zum Glück nur “gestreift”. Nichts desto trotz sind die Niederschläge im Jahresdurchschnitt im Monat Mai 30% über der Normalverteilung. Teilweise mit sehr kühlem Wetter, das die Weinblüte, die sich heuer extrem hinausgezögert hat, manchmal noch gar nicht richtig beendet ist.
Das Wetter, welches die Hobby-Pilzsammler freut, zeigt sich auch im Weingarten. Der Pilzdruck, vormals durch Peronospora ist momentan sehr hoch. Deshalb muss ich höchste Achtsamkeit zeigen und die Weinreben mit biologischen Pflanzenschutzmitteln schützen und mit biologischen Pflanzenpflegemitteln stärken.